1733 südlich der Mühle wird eine grosse Scheune mit Krüppelwalmdach
erstellt. Dieses Bauwerk beeindruckt noch heute durch den grossartigen
Dachstuhl und das lustig bemalte Tennstor.
1756 der gleiche Müller baut die Mühle einschneidend um. Dem Altbau wird
auf der Westseite ein zimmertiefer Anbau vorgesetzt, der mit einem weit
vorgezogenen Vollwalm gedeckt ist. Der Anbau übernimmt im Wesentlichen das
Konstruktionsprinzip der Fassaden des Altbaus, gemauerten Sockel mit
Riegaufsatz, formt es aber dem Zeitgeschmacke entsprechend um. Dominierendes
Element der neuen Westfassade sind die Sandsteingewände der Fenster und
Türen und das mit Andreaskreuz-Streben versehene Fachwerk des
Obergeschosses. Gleichzeitig werden alle bestehenden Fassaden im gleichen
Sinne umgestaltet (Sandsteingewände der Fenster und Türen).
ca. 1770 westlich der Mühle wird ein Spycher in vollständig aus Holz
konstruierter Ständerbauweise errichtet. Einzig der gegen den Hof zur
Scheune abfallende Sockel wird gemauert. Zwischen dem Spycher und der
Scheune wird ein eleganter Brunnen mit Obelisk-Stock aus Solothurner
Muschelkalk aufgestellt.
19. Jh. (1. Hälfte) es folgt eine weitere Ausbauphase, die vor allem den
Spycher und das Innere der Mühle betrifft. Während die Mühle teilweise neu
ausgestattet wird (Vertäfelung im 1. Stock, über zwei Zimmern durchgehender
Sandsteinofen), wird der Spycher gegen Westen auf nahezu die doppelte Länge
erweitert.
Der
Anbau dient vor allem der Trocknung von Heu und weist deshalb die
charakteristische Gitterkonstruktion der Wände auf. Als Sockel des Anbaus
wird ein hohes Kellergeschoss mit tonnengewölbtem Vorratsraum errichtet. Das
Gewölbe ist ausnahmsweise nicht aus Backstein, sondern aus Sandsteinaquadern
konstruiert. Der Anbau des Spychers ist an der Kellertüre 1834 datiert.
1828 die Scheune wird auf beiden Schmalseiten durch Anbau erweitert, was
den ursprünglichen Baukörper vor allem auf der Nordostseite stark verunklärt
hat. Bei der Renovation ist nur noch der Anbau auf der Südostseite
rekonstruiert worden.
19./20. Jh. die drei Gebäude werden laufend den veränderten Bedürfnissen
angepasst und umgebaut.
Im
Zusammenhang mit einer Neueinrichtung der Mühleninstallationen, die auch das
Wasserrad umfasst, werden die Riegwände im Ost- teil des 1. Stocks
vollständig neu aufgeführt. Um die Jahrhundertwende werden die ursprünglich
aus Holz gefügten Stallwände der Scheune durch Backsteinmauern ersetzt,
wobei die Südfassade gleichzeitig um ca. 2,5 m nach aussen versetzt wird.
Höchst bedauerlich bleibt, dass das Ofenhaus dem Dorf nicht erhalten werden
konnte. Es musste dem Bau der neuen Dorfzufahrt geopfert werden. Heute steht
es im Freilichtmuseum Ballenberg.

Ofenhaus